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Fairtrade-Region soll fairen Handel für alle fördern

Die FDP-Regionalfraktion unterstützt, dass die Region Stuttgart „Fairtrade-Region“ wird. Allerdings, so Volker Weil, will sie mehr: „Die Metropolregion Nürnberg liefert dazu ein interessantes Beispiel. Sie ist bereits Fairtrade-Region. Ihr ist es gelungen, die Ziele FAIR.REGIONAL.BIO. unter dieser Bezeichnung zu vereinen.“

Volker Weils Rede im Wortlaut: „Fairtrade, fairer Handel weltweit, wen würde ein solches Thema mehr freuen als uns Liberale? Bei uns gehört das zum Markenkern. Inklusive der Forderung, dass die Produzenten der Produkte ihren angemessenen Anteil an der Wertschöpfung erhalten müssen, keine Frage. Kurz und gut: Die FDP-Regionalfraktion unterstützt, dass die Region Stuttgart „Fairtrade-Region“ werden will.

Wenn auch, das war ja zu erwarten, mit leichten Bauchschmerzen: Die Steuerungsgruppe ist für eine Steuerungsgruppe, die effektive Arbeit leisten soll, aus unserer Sicht zwei Nummern zu groß. Sie wird noch ein paar Nummern größer, wenn Einzelhandel und Gastronomie dazu kommen und außer der IHK auch noch die Handwerkskammer eingeladen wird. Und eventuell auch verschiedene Glaubensgemeinschaften. 

Oder auf den Punkt gebracht: So ganz erschließt sich uns die Besetzung und die Rolle der Steuerungsgruppe nicht. Aber wenn die Geschäftsstelle diesen Aufwand für notwendig hält – an uns soll es nicht liegen.

Wir sagen aber gleichzeitig: Fair handeln muss für alle gelten. Für die Produzenten in der Welt. Und für die Produzenten in der Region. Gehen wir das Ganze mal nach dem Lehrbuch an: dann ist das Fairtrade-Siegel letztlich eine Produkteigenschaft: Die Kaffeebohne kommt aus einer bestimmten Gegend, wurde zu einem bestimmten Grad geröstet, gehört einer von fünf Kaffeesorten an – und trägt das Fairtrade-Siegel. Deswegen kauft die Geschäftsstelle nur Kaffee mit Siegel… oder auch nicht, wenn ich das richtig sehe hat unser aktueller Kaffeelieferant das Siegel trotz Direkteinkauf von den Kaffeefarmen nicht ((NB: Hochland)).

Jetzt lassen wir mal dahingestellt, warum nicht. Das sind Details.

Die Strategie, die wir als Fairtrade-Region Stuttgart verfolgen, sollten wir im Zuge des beginnenden Verfahrens diskutieren. Die Metropolregion Nürnberg liefert dazu ein interessantes Beispiel. Sie ist bereits Fairtrade-Region. Ihr ist es gelungen, die Ziele FAIR.REGIONAL.BIO. unter dieser Bezeichnung zu vereinen. Ich zitiere:

FAIR steht für

• Gerechtes Wirtschaften

• Verbesserte Lebens- und Arbeitsbedingungen

• Keine Kinder- und Zwangsarbeit

REGIONAL steht für

• Erhalt der regionalen

 Kulturlandschaft.

• Kurze Transportwege

• Stärkung des Regionalbewusstseins

Und BIO steht für

• Anbau und Verarbeitung frei von synthetischen Stoffen

• Schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen

• Artgerechte Fütterung und Haltung von Tieren

Damit wirkt die Fairtrade-Region nicht nur in den Herkunftsländern unserer Produkte und Vorprodukte, sondern auch direkt vor unserer Haustür. Und regionaler Konfliktstoff lässt sich ausräumen: da wäre zum Beispiel die Tatsache, dass Südafrika, Chile und Argentinien zu den weltgrößten Weinproduktionsländern gehören und bei Einhaltung der Fairtrade-Regeln mit dem entsprechenden Siegel bei uns in den Läden landen. Wir aber gleichzeitig in einer Region leben, in der auch faire Wettbewerbsbedingungen für die hiesigen Weinbauernfamilien herrschen sollten.

Denn was wir nicht vergessen dürfen ist, dass jeder Eingriff in den Markt irgendwo Auswirkungen hat. Das ist per se nicht gut oder schlecht – wir müssen uns dessen aber bewusst sein. Was der eine bekommt, bekommt der andere weggenommen, wenn es kein Wachstum gibt.

Letztendlich sind auch Fairtrade und der Verein namens TransFair e.V. ein durchaus relevanter Marktteilnehmer, der auch wirtschaftlich erfolgreich agiert. Für 2020 wird mit Lizenzeinnahmen von 21 Millionen Euro gerechnet, 2019 waren es 20 Millionen Euro.

Für uns heißt das, wir unterstützen das Ziel der Region Stuttgart, Fairtrade Region zu werden und werden genau hinschauen, wie sich das Projekt Fairtrade entwickelt. Wir hätten dazu zwei Wünsche an die Geschäftsstelle: je einen Vortrag eines Experten aus Nürnberg und von TransFair e.V. Damit wir sehen, wie wir Fairen Handel für alle optimal fördern.“

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